Zum Buch:
Die besten Briefschreiber sind Frauen. Die Mühe, die es mir bereitet, die Briefe von W. zu beantworten, in einem Brief die Woche zusammenzufassen, die ich in Istanbul verbracht habe, hat mich davon überzeugt. Und so sitzt J., der Ich-Erzähler des Romans in Liwadija, einem Nest auf der Krim, liest die berühmtesten Briefwechsel der Weltliteratur, überlegt, wie er hier an feinstes Briefpapier herankommen soll und bis zum Schluß wird er nicht über die Absicht hinauskommen, den Brief mit Liebe Warja beginnen zu lassen. J., der sich in der Endphase der Sowjetunion mit Schmuggel von Nachtsichtgeräten, Mammutzähnen, Moschusbeuteln und der Jagd nach seltenen Schmetterlingen über Wasser hält, begegnet in Istanbul der Nachtklubtänzerin W. Er schmuggelt sie nach Odessa, wo sie ihn sofort spurlos verschwindet. Später erreichen ihn sieben Briefe von W., auf die er nun zu antworten versucht. Ein gelungener Roman, der einen beim Lesen nicht mehr losläßt. Die erste deutsche Übersetzung erschien 2004 unter dem Titel Liwadija.
Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika, Neuerscheinungen 2003/04)