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Bücher zu Lateinamerika

Autor
Roca, Juan Manuel

Blindenmond / Luna de ciegos

Untertitel
Gedichte / Poémas (1973-2005) A. d. kolumb. Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Nachwort von T. Burghardt. Fotoessay von Enrique Hernández--D'Jesús.
Beschreibung
Verlag
Stuttgart: Ed. Delta, 2007
Format
br.
Seiten
7 schw.-w. Fotos - 151 Seiten
ISBN/EAN
978-3-927648-05-0
Preis
17,50 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Juan Manuel Roca wurde am 29. Dezember 1946 in Medellín geboren. Er arbeitete als Journalist, gründete mit anderen eine Literatur- und später eine Kulturzeitschrift und leitete die Literaturbeilage einer kolumbianischen Tageszeitung. Seit 1986 leitet er regelmäßig Poesiewerkstätten in Bogotá. Roca schrieb Essays, Kritiken, Reportagen, Chroniken, Kurzgeschichten und einen Roman. Seine, z. T. preisgekrönten Gedichte sind in über zehn Sprachen übersetzt worden. Roca lebt in Medellín.

Zum Buch:

Die Zusammenstellung enthält eine Auswahl aus den zahlreichen Gedichtbänden, die der Autor seit 1973 veröffentlicht hat. In deutscher Übersetzung lagen bisher nur einige Proben seines Könnens in Zeitungen und einer Zeitschrift vor. Umso wertvoller die vorliegende Sammlung, die uns deutschsprachige Leserinnen und Leser nun mit einem Querschnitt seines Werks bekannt macht – wie schon häufig bei Dichtern aus Lateinamerika, kenntnisreich eingeführt von Tobias Burghardt. Einziger Wermutstropen in dieser schönen Ausgabe: es fehlen die Quellenangaben. Statt einer Rezension mögen die hier zitierten Zeilen aus zwei Gedichten neugierig machen und zum Weiterlesen anregen; aus „Blindenbibliothek“: „Tief versunken, an ihren Mahogoni-Tischen, / Durchwandern einige Blinde, wie ein Klavier, / Die Bücher, weiße Bücher, die Braille-Blumen / Mit fernem Duft beschreiben, / … / Und eine entfesselte Wörterschar dringt in die Hände / Und macht eine sanfte Reise bis ins Gehör. / … / Auf dem Rückweg vom Erstaunen / Zittern noch die Wörter in ihren gedächnisreichen Fingern.“   Und aus dem „Monolog des Taugenichts“): „Die Großmutter sagte mir: / Versuche nicht, Knoten ins Wasser zu binden, / Schreibe nicht das Wort Ewigkeit mit Schnee. / … / Aber ich tat es weiterhin. Im Verborgenen tat ich es weiterhin / Und hielt untauglich Rituale ab, / Nimmermehrmonde, Niemalshöfe. / Nicht umsonst fand ich, was manche das Gedicht nennen.“ Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)