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Bücher zu Lateinamerika

Autor
Rulfo, Juan

Pedro Páramo (Pedro Páramo)

Untertitel
Roman. A. d. Span. übers. von Dagmar Ploetz
Beschreibung
Verlag
München: Carl Hanser Verlag, 2008
Format
geb.
Seiten
174 Seiten
ISBN/EAN
978-3-446-23066-8
Preis
17,90 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Juan Rulfo wurde am 16.5.1918 in San Gabriel/Jalisco geboren. Er arbeitete als Werbefachmann, Verlagslektor und war Mitarbeiter am indigenistischen Institut. Rulfo gilt als der bedeutendste mexikanische und als einer der herausragendsten lateinamerikanischen Schriftsteller. Rulfos Werke haben Millionenauflagen erreicht und wurden in über 25 Sprachen übersetzt. Weniger bekannt sind seine hervorragenden fotografischen Aufnahmen, die Rulfo von seinen Reisen kreuz und quer durch Mexiko mitbrachte (s. BzL 2002/2003). Er starb am 8.1.1986 in Mexiko-Stadt.

Zum Buch:

Wer sich schon etwas mit lateinamerikanischer Literatur beschäftigt hat, wird den Inhalt dieses, schon zum Klassiker gewordenen Romans, der nach seinem Erscheinen rasch in alle Weltsprachen übersetzt wurde, kennen: „Ich bin nach Comala gekommen, weil mir gesagt wurde, dass hier mein Vater lebt, ein gewisser Pedro Páramo.“ So beginnt die Geschichte. Und so irrt Juan Preciado durch das heruntergekommene Dorf in der sonnenverbrannten Einöde. Alle die wenigen merkwürdigen Bewohner, denen er auf seiner Suche begegnet, erzählen ihm von den Untaten seines Vaters, des skrupellosen Dorfpotentaten, dessen Grab er schließlich auf dem Friedhof findet. Aber nicht nur der Tyrann ist tot – alle, die der Erzähler trifft, leben nicht mehr und selbst seine Geschichte wird aus dem Grab heraus berichtet. Und die Stimmen dieser Toten, lebendig und unerlöst, erzählen von Hunger und Armut, Ausbeutung und Unrecht, Liebe und Mord und von dem, der für als dies verantwortlich ist: Pedro Páramo. Es ist vor allem die Sprache, schreibt Anneliese Botond, die den Inhalt unter die Haut treibt und eine Erschütterung hinterläßt wie bei kaum einem anderen Autor. „Er hat eine Sprache geschaffen, in die das Schweigen, die argwöhnische Verstiegenheit einer jahrhundertelang überhörten Bevölkerung eingegangen ist.“ In seinem kleinen Aufsatz, den Rulfo 1985, 30 Jahre nach dem Erscheinen des Romans verfaßte, beschreibt er das Entstehen des kleinen Prosatextes, der ursprünglich 300 handgeschriebene Seiten umfaßte und den er bei Abtippen mehrmals radikal kürzte. Die Reaktion seiner Schriftstellerkollegen war gespalten: einige, darunter Juan José Arreola, ermuntern ihn weiterzuschreiben, andere nannten das Buch „einen Dreck“ und empfahlen ihm, erst mal Romane zu lesen, bevor er welche verfaßte. Im Nachwort schreibt Gabriel García Márquez voller Begeisterung „Ich konnte in jener Nacht nicht einschlafen, bevor ich das Buch nicht zum zweitenmal gelesen hatte. Nie mehr seit der verrückten Nacht, in der ich Kafkas Verwandlung … gelesen hatte … war ich so bewegt gewesen …“. Die neue Übersetzung ist – nach Durchsicht einiger Sichproben – präziser, hält sich enger an den Originaltext und ist gegenüber der bisherigen Übersetzung von Mariana Frenk-Westheim mitunter  flüssiger zu lesen.  Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)