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Bücher zu Lateinamerika

Autor
Rulfo, Juan

Pedro Páramo (Pedro Páramo)

Untertitel
Roman. A.d.Span. v. Dagmar Ploetz. Gelesen von Urs Widmer
Beschreibung
Verlag
Basel: Christoph Merian Verlag, 2009
Format
Seiten
4 CD, Laufzeit 4:45:50 Seiten
ISBN/EAN
978-3-85616-420-1
Preis
29,90 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Juan Rulfo wurde am 16.5.1918 in San Gabriel/Jalisco geboren. Er war Werbefachmann, Verlagslektor und Mitarbeiter am indigenistischen Institut. Rulfo gilt als einer der bedeutendsten mexikanischen und lateinamerikanischen Schriftsteller. Rulfos Werke haben Millionenauflagen erreicht und wurden in über 25 Sprachen übersetzt. Weniger bekannt sind seine hervorragenden fotografischen Aufnahmen, die Rulfo von seinen Reisen kreuz und quer durch Mexiko mitbrachte (s. BzL 2002/2003). Er starb am 8.1.1986 in Mexiko-Stadt.

Zum Buch:

Wer sich schon etwas mit lateinamerikanischer Literatur beschäftigt hat, wird den Inhalt dieses, schon zum Klassiker gewordenen Romans, der nach seinem Erscheinen rasch in alle Weltsprachen übersetzt wurde, kennen. „Ich bin nach Comala gekommen, weil mir gesagt wurde, dass hier mein Vater lebt, ein gewisser Pedro Páramo.“ So beginnt die Geschichte. Und so irrt Juan Preciado durch das heruntergekommene Dorf in der sonnenverbrannten Einöde. Alle die wenigen merkwürdigen Bewohner, denen er auf seiner Suche begegnet, erzählen ihm von den Untaten seines Vaters, des skrupellosen Dorfpotentaten, dessen Grab er schließlich auf dem Friedhof findet. Aber nicht nur der Tyrann ist tot – alle, die der Erzähler trifft, leben nicht mehr und selbst seine Geschichte wird aus dem Grab heraus berichtet. Und die Stimmen dieser Toten, lebendig und unerlöst, erzählen von Hunger und Armut, Ausbeutung und Unrecht, Liebe und Mord und von dem, der für als dies verantwortlich ist: Pedro Páramo. Es ist vor allem die Sprache, schreibt Anneliese Botond, die den Inhalt unter die Haut treibt und eine Erschütterung hinterläßt wie bei kaum einem anderen Autor. „Er hat eine Sprache geschaffen, in die das Schweigen, die argwöhnische Verstiegenheit einer jahrhundertelang überhörten Bevölkerung eingegangen ist.“ In seinem Aufsatz, den Rulfo 1985, 30 Jahre nach dem Erscheinen des Romans verfaßte, beschreibt er das Entstehen des kleinen Prosatextes, der ursprünglich 300 handgeschriebene Seiten umfaßte und den er bei Abtippen mehrmals radikal kürzte. Die Reaktion seiner Schriftstellerkollegen auf den mittlerweile dreimal verfilmten Roman war gespalten: einige, darunter Juan José Arreola, ermuntern ihn weiterzuschreiben, andere nannten das Buch „einen Dreck“ und empfahlen ihm, erst mal Romane zu lesen, bevor er welche verfaßte. Dagegen schreibt schreibt Gabriel García Márquez im Nachwort: „Ich konnte in jener Nacht nicht einschlafen, bevor ich das Buch nicht zum zweitenmal gelesen hatte. Nie mehr seit der verrückten Nacht, in der ich Kafkas Verwandlung … gelesen hatte … war ich so bewegt gewesen …“. Die neue Übersetzung ist präziser, hält sich enger an den Originaltext und ist gegenüber der bisherigen verdienstvollen, mittlerweile aber 50 Jahre alten Übersetzung von Mariana Frenk-Westheim oft flüssiger zu lesen. Wenn die Hörer und Hörerinnen sich an den leichten schweizerischen Tonfall der Sprache von Urs Widmer, der den Roman als „mein Jahrhundertbuch“ bezeichnete, gewöhnt haben, werden sie eine spannende Lesung erleben, bei der mitunter der schnelle Sprechrhythmus auffällt und die hellen „Gongs“ zwischen den Absätzen eigentlich überflüssig sind. Empfehlenswert. Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)