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Bücher zu Lateinamerika

Autor
Schopflocher, Robert

Spiegel der Welt

Untertitel
Erzählungen
Beschreibung
Verlag
Hürth und Wien: Ed. memoria, 2006
Format
englbr.
Seiten
358 Seiten
Preis
24,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Robert Schopflocher wurde am 14. April 1923 in Fürth geboren. Die Familie verließ Nazideutschland 1937 und wanderte nach Argentinien aus. Er absolvierte ein landwirtschaftliches Studium in Córdoba und wurde Verwalter auf verschiedenen jüdischen Siedlungen. Danach war er als Importkaufmann in Buenos Aires tätig. Schopflocher ist Autor von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken in spanischer Sprache, seit den 90er Jahren schreibt er auch in seiner Muttersprache. Außer dem hier vorgestellten Band wurden bisher drei weitere Veröffentlichungen in deutscher Sprache publiziert (siehe dazu: Bücher zu Lateinamerika, Gesamtverzeichnis 2002/2003 und Neuerscheinungen 2003/2004). Schopflocher erhält in diesem Jahr den renommierten Jakob-Wassermann-Preis.

Zum Buch:

Elf Erzählungen, die Robert Schopflocher in seiner Muttersprache verfaßte, hat der Herausgeber hier zusammengestellt. Da gibt es die Geschichte vom alten, unglücklichen Zahnarzt, dessen Frau krank ist, seine Tochter geschieden und vom Sohn gibt es keine Nachrichten und der dann plötzlich auf die Idee kommt, einen kleinen Jungen zu adoptieren. Oder die Geschichte von Juliane, der Tochter des Schreibwarenhändlers, deren Bräutigam nicht zur Hochzeit kam und die plötzlich massiv unter Druck gesetzt wird, Plakate von Perón und Evita in ihrem Laden aufzuhängen. Und dann gibt’s noch José Comar, der als Jossl Komarovsky aus dem russischen Schtetl kam und der über einen geheimnisvollen Familienschatz verfügen soll. Und die Leserinnen und Leser lernen die alte Clara kennen, die von ihren Töchtern Matilde und Rosa in ein Pflegeheim abgeschoben wird. Die Geschichten, in einem „makellosen Deutsch“ verfaßt, so die Kritik, spielen zur Zeit der NS-Herrschaft und in Argentinien. Außerdem enthält der schön gemachte Band noch eine leicht abgeänderte Fassung der autobiographischen Skizze, die 1998 im Wallstein Verlag erschienen ist. Schopflocher, der bei Carl Meffert alias Clément Moreau, einem sozialkritischen Künstler, der ebenfalls nach Argentinien emigrierte Grafik lernte, hat die Zeichnung für das Titelbild des Buches.  zur Verfügung gestellt. Das Buch ist im übrigen auch in einer Vorzugsausgabe mit beigefügter Grafik in einer Auflage von 100 Stück lieferbar. Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)